5 effektive Mittel den Schweinehund zu überwinden

Obwohl meine Personal Training Kunden und meine Trainingspartner mich als disziplinierte Sportlerin wahrnehmen (so sagen sie zumindest 🙂 ), nehme ich mich selbst gar nicht als so diszipliniert wahr! Im Prinzip ist die vermeintliche Disziplin im Laufe der Zeit gewachsen, der Sport hat sich einfach immer mehr breit gemacht in meinem Leben, da ich wohl intuitiv ein paar Tricks angewendet habe, um mir das Leben einfacher zu machen.

Abnehmen, um welchen Preis?

wie abnehmen

Sommer 2009

Zunächst solltest Du wissen, dass ich anfangs auch „nur“ abnehmen wollte und dabei möglichst viel essen wollte. Ich hatte das Gefühl, dass es mir und meiner Psyche nicht gut tat, ständig darüber nachzudenken, ob ich das, worauf ich gerade Hunger oder Appetit hatte, auch essen darf. Ich fing an im Fitnesscenter Kraft- und Ausdauertraining zu machen. Wohl zu meinem Glück geriet ich in ein Studio in dem akribisch darauf geachtet wurde, dass man nach ca. 20 mal Anwesenheit einen neuen Trainingsplan erhielt, so dass wirklich eine ständige Leistungssteigerung gewährleistet war (Leider findet man so etwas nur selten, die Fitnessbranche bekleckert sich leider nicht gerade mit Ruhm ). Diese Leistungssteigerungen haben einen gewissen Ehrgeiz in mir geweckt, besser werden zu wollen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Nein, ich habe mir damals nicht vorgenommen jetzt 5 Trainingseinheiten pro Woche zu machen – oder, ich will mein halbes Körpergewicht über Kopf bringen oder, oder, oder. Nein ich habe mir vorgenommen 2xWoche ins Studio zu gehen und das habe ich getan! Abgenommen habe ich davon leider zunächst nicht, aber dazugewonnen habe ich dadurch trotzdem ganz viel.

Gib auch Du dem Sport eine Chance, sich in Deinem Leben breit zu machen!

„Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt!“ (Laotse)

1. Mach Dir einen festen Plan

wenn Du Trainingsanfänger bist, hast du ja vermutlich ein Ziel das du erreichen willst. Desto realistischer dein Ziel, umso mehr erhöhen sich die Chancen, es zu erreichen. Nehmen wir mal an, Du nimmst Dir vor, so wie ich damals, 2 Sporteinheiten pro Woche zu absolvieren. Mach es Dir leicht und lege die Einheiten tag- und stundengenau fest. Oder wartest Du lieber auf den Tag an dem Dich eine unerklärbare Lust auf eine harte Trainingseinheit überkommt? Vermutlich kannst Du dann lange warten. Zwei feste Termine im Kalender helfen Dir dabei, Deinem Ziel näher zu kommen. Und egal wer fragt, ob Du an dem Tag zu dieser Stunde Zeit hast: „Nein, da habe ich einen Sport-Termin!“

Natürlich gehört zu Deinem Plan auch noch ein Trainingsplan! Dafür gibt es Trainer, die für jeden Trainierenden den passenden Trainingsplan erstellen – also tu Dir den Gefallen und lass Dich von jemandem Coachen, der etwas davon versteht und dem Du vertraust! Das Internet, Blogs und YouTube sind toll, ich nutze sie jeden Tag, aber ohne meinen Coach würde ich heute niemals dort stehen, wo ich jetzt stehe!

2. Nimm Dir nicht zuviel vor

Es macht keinen Sinn sich vorzunehmen, man müsse 5x die Woche Sport machen, wenn man realistischerweise nur 2 x die Woche Zeit dafür frei machen kann! Der Sport muß zu Deinem Leben und  zu Deinem Trainingsstand passen.

Nimmst Du Dir ständig mehr vor, als Du tatsächlich schaffst, wirst Du ständig unzufrieden sein und ein schlechtes Gewissen mit Dir rumtragen. Im schlimmsten Falle wirst Du nicht mal das Mindestmaß schaffen, was Du Dir gesetzt hast, weil der Gedanke in dir nagt: „Es lohnt sich ja gar nicht mehr was zu machen, da ich ja sowie keine 5x mehr schaffe“.

Es lohnt sich um jede Sporteinheit! Und es ist wesentlich effektiver 1 Jahr lang jede Woche zwei Einheiten zu absolvieren, als am Jahresanfang eine Woche lang jeden Tag und den Rest des Jahres nicht ;-)!

Auch die Trainingsintensität sei in diesem Zusammenhang genannt. Es ist wenig zielführend, wenn Du Dich in totaler Übereifrigkeit über Deine Möglichkeiten strapazierst. Dein Lohn wird im besten Falle nur ein Muskelkater und Erschöpfung sein, im schlechteren Falle aber Verletzung! Desweiteren wird sich in Deinem Nervensystem abspeichern, dass Sport quälend ist, was der Überwindung des Schweinhunds in der Zukunft, auch nicht hilfreich ist! Wenn Du allerdings meinen Tip beherzigst, Dir einen vernünftigen Trainer zu suchen, dann bist Du vor dieser Gefahr schon mal sicher.

3. Such Dir das richtige Umfeld

Ich brauche das Sozialleben um den Sport herum. Ich fühle mich an meinen Trainingsorten sauwohl. Ja, es gibt sie, die Menschen, die es schaffen ganz allein in Ihrem Kämmerlein Sport zu machen und dabei womöglich sogar gut werden. Aber das ist eine ganz kleine Minderheit. Mir hilft es ungemein, gemeinsam mit anderen Menschen zu schwitzen. Es stachelt mich an, ich mache in Gesellschaft mehr. Egal ob in der Gruppe gearbeitet wird, oder nur jeder für sich an seinem Trainingsplan arbeitet, es ist einfacher in Gemeinschaft über seinen Schatten zu springen.

Such Dir eine Gruppe, oder einen Trainingspartner, oder einen Personal Trainer – finde die richtige Lösung für Dich – Training muß Spaß machen und mit einem coolen Trainer macht es gleich doppelt soviel Spaß und man strengt sich auch gleich viel mehr an!

4. Erfolgserlebnisse einsammeln

Es ist einfach toll, wenn man etwas neues kann oder es schafft ein schwereres Gewicht zu bewegen, oder etwas plötzlich länger durchhält als bisher. All das sind typische Begleiterscheinungen des körperlichen Trainings. Das einzige was dafür erforderlich ist: Dass man es tut! Der größte Fehler den viele dabei machen: Sie wollen zu viel – zu schnell! Bis zum Sommer die Bikinfigur, in einem Monat einen Handstand, bis zum Jahresende einen Klimmzug – Ziele sind gut und wichtig, denn sie bestimmen die Richtung! Aber Überforderung und Leistungsdruck führen zu dem Gegenteil, zu Frustration, Gefühlen des Versagens und schlimmstenfalls Verletzungen.

Um Erfolgserlebnisse sichtbar zu machen, müssen wir unseren Ist Zustand ermitteln und ihn optimalerweise aufschreiben! Nehmen wir das Beispiel Liegestütze: Wenn Du noch keinen vollen Liegestütz auf dem Boden beherrschst, dann wirst Du mit dem Oberkörper erhöht beginnen. Die Höhe wird festgehalten und die Anzahl korrekter Wiederholungen die Du schaffst werden notiert. Wenn Dir eine bestimmte Anzahl Wiederholungen (sagen wir mal 8) leicht fallen, suchst Du Dir einen etwas niedrigeren Gegenstand auf dem Du arbeitest! Du hast jetzt ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen – das motiviert und läßt Dich weiter auf Dein Ziel hinarbeiten. Auch wenn der Liegestütz auf dem Boden noch in weiter Ferne ist, Du siehst dass Du ihm ein Stück näher gekommen bist!

5. Die Macht der Begeisterung

vorher - nachher

Winter 2016

Du wirst jetzt vielleicht denken: „Die hat gut reden, mir macht Sport einfach keinen Spaß.“

Das sagst Du jetzt im Ruhezustand! Aber spür mal in Dich hinein, wie es sich anfühlt, wenn Du Dich überwunden hast eine Sporteinheit zu absolvieren? Ich kenne ausnahmslos niemanden, der danach immer noch sagt, dass macht keinen Spaß! Das hat auch einen ganz einfachen physiologischen Grund: Sport lockt lauter Glückshormone auf die Bildfläche! Serotonin und Dopamin lassen uns nach dem Sport erstrahlen. Versuch Dir dieses Gefühl danach so genau wie möglich einzuprägen!  Für mich war das der Weg zu 5 wöchentlichen Trainingseinheiten und dazu mein halbes Körpergewicht über Kopf zu bringen. Auch das mit demAbnehmen hat mittlerweile ganz gut geklappt. 15 Kilo Gewicht weniger und viele Muskeln mehr sind der Lohn. Und das schönste: Ich darf essen!!!!

 

Wenn Du es schaffst, Dir diesen Zustand wieder in Erinnerung zu rufen, wenn Du dem nächsten Schweinehund gegenüber stehst, dann hast Du gewonnen!!!!

 

 

 

By | 2017-09-12T17:26:43+00:00 Juni 4th, 2017|Allgemein, Motivation|2 Comments

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2 Comments

  1. Christian Rabhansl 14-10-2017 at 14:54 - Reply

    Martina,

    das ist ein sehr schöner und einfach geschriebener Blogartikel. Gerade für Beginner, erweckst du in mir den Eindruck, aufgrund deiner Schreibweise, dass du richtig gut bist im Trainingspartner motivieren. Die Kombination aus Erfolgserlebnissen in Verbindung mit realistischen Zielen gefällt mir sehr gut.

    Ich persönlich trainiere 2x/Woche mit der Langhantel und ich fand für mich heraus, das mir dafür nie die Motivation fehlt. Im Gegenteil, jeden Tag ins Studio gehen, was ich früher getan habe, brauchte eine Menge Motivation. Manchmal musste ich mich regelrecht hinzwingen. Fehler schliechen sich ein, da die Konzentration einfach nicht da war. Demzufolge liege ich derzeit mit 2x/Woche für mich sehr gut. Es fühlt sich einfach super an, zu fühlen wie der Körper langsam aber stetig besser und stärker und beweglicher wird. Toll.

    Liebe Grüße
    Chris

    • martina 20-10-2017 at 15:23 - Reply

      Lieber Chris,
      danke für die netten Worte – rotwerd. Ja meine Devise ist stets: es lohnt sich jede Bewegung zu machen! Denn Bewegung ist Leben – Du kennst das ja. Und was bringts, wenn einer lieber gar nichts macht, weil der Schweinehund zu groß ist, als wenigstens etwas zu machen und das dafür tatsächlich gemacht zu haben. Ich glaube bei den meisten Menschen kommt man mit: Du mußt, los überwinde Dich, und noch eine Wiederholung, es muß brennen, es muß weh tun nicht weiter. Die Angst vor der nächsten Einheit wird nur um so größer! Was man aber schön fand und was einem gut tat, das wiederholt man auch gern und davor hat man auch keine Angst.
      liebe Grüße zurück
      Martina

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