Kettlebelltraining – das beste Faszientraining der Welt?

Dieser Beitrag von mir erschien in den Kettlebellnachrichten im Oktober 2017. Den Original Artikel findest Du hier. Seitdem schiebe ich es vor mir her, den Beitrag in meinen Blog zu integrieren. Nun ist es mir schon nahezu peinlich, dass ich das fast ein halbes Jahr später erst fertig mache. Aber da ich möchte, dass dieser Artikel auch meinen „Nichtfacebook-Kunden/Followern“ zur Verfügung steht, habe ich mir nun doch in den Allerwertesten getreten und ihn in meinem Blog integriert!

Leider war in den Kettlebellnachrichten der Platz begrenzt und die Wortanzahl vorgegeben, denn es gäbe noch soooooo viel zu dem Thema zu schreiben. Zum Beispiel vom Sinn und Unsinn der Blackroll – wofür ist sie gut und wofür ist sie nicht zu gebrauchen – aber auch von dem riesen Zugewinn den Mobilitytraining in dein Training, nein sogar in dein gesamtes Leben bringt! Aber Versprochen: Darüber schreibe ich nochmal ganz ausführlich!

Der Faszienhype wird von vielen Seiten kritisiert, dabei ist die Faszie keine Neuerfindung. Wie kommt es also, dass ihr so lange keine Beachtung geschenkt wurde?  Vermutlich weil Sie nur als Füllmaterial angesehen wurde. Allerdings fand sie schon früher Beachtung im Yoga und später auch im Rolfing und der Osteopathie. Hier wurde bereits erkannt, dass gesunde Faszien zu einem beschwerdefreien Leben und jugendlicher Beweglichkeit führt.

Jeder Sport ist Faszientraining

Die Faszie umgangssprachlich auch als Bindegewebe bezeichnet, verbindet im Prinzip sämtliche funktionelle Einheiten unseres Körpers miteinander. So verbindet sie z.b. die Muskelzellen mit den Knochenzellen und über die Gelenke wiederum Muskeln mit anderen Muskeln zu den Muskelketten. Die Muskelfaszie (Myofaszie) umschliesst die Muskelzellen mit feinen collagenen Häutchen, die am Ende der Muskelzellen zu Faserbündeln werden, die wir dann als Sehnen bezeichnen und die Muskelfaserbündel dann am Knochen festmachen. Somit entsteht bei jeder Muskelkontraktion Zug auf diese Faserbündel, womit die Muskelfaszie quasi trainiert wird!

Oktober2017

Wirkt jeder Sport gleich positiv auf die Muskelfaszie?

Zunächst einmal wirkt nahezu jede Art von Bewegung positiver auf die Faszie, als keine Bewegung. Trotzdem gibt es enorme Unterschiede. Hierzu muß man auf die Fähigkeit der Muskelfaszie verweisen, Energie zu speichern und wieder abzugeben. Man kann das mit dem Katapulteffekt erklären. Mit dem Aufziehen eines Katapultes wird kinetische Energie gespeichert. Mit dem Abschuß des Pfeils wird diese Energie wieder abgegeben. Mit dem einfachen Dehnungs-Verkürzungsreflex der Muskelzellen ist die Freisetzung dieser Energie nicht zu erklären. Die Längendifferenz zwischen einer kontrahierten und einer gedehnten Muskelzelle ist begrenzt. Sämtliche Längung darüber hinaus erfolgt also aus der Muskelfaszie, die ähnlich einem Gummiband agiert. Wir können uns also vorstellen, dass ein sprödes altes Gummiband entsprechend weniger kinetische Energie freisetzt als ein frisches neues Gummiband.

Ballistische Kettlebell Übungen

Bei ballistischen Kettlebellübungen nutzen wir diesen Katapult Effekt beim Abschießen der Kugel aus der Hüftbeugung heraus. Mit dem Setup und jedem weiteren Hiphinge laden wir die komplette hintere Muskelkette auf, um die gespeicherte kinetische Energie durch die explosive Hüftstreckung zu entladen und somit auf die Kugel zu übertragen.  Insbesondere im Hardstyle Kettlebell vertärken wir diesen Effekt noch in der Gegenbewegung.

Durch die möglichst lange gehaltenene Standing Plank sorgen wir für Kontraktion der Muskeln, während die Kugel Ihren Rückweg antritt. Durch diese Muskelspannung fordern wir die Elastizität der Muskelfaszie zusätzlich auf Ihrem Rückweg heraus, bevor sie dann erneut mit Bogenspannung der hinteren Kette aufgenommen und abgeschossen wird. Durch viele schnelle Wiederholungen wird die Myofaszie gefordert sich der Belastung anzupassen und gewinnt sowohl Elastizität als auch Festigkeit. Die Folge sind explosivere schnellere Swings.  Das steigern der Gewichte und stärkere Anspannung in der Standing Plank sorgen  weiterhin für eine Verbesserung der Faszie, im Gegensatz zum klassischen Faszientraining, in dem Schwungbewegungen mit kleinen Gewichten und entsprechender Spannung ausgeführt werden.

Solltest Du Fragen zum Thema Faszientraining oder Kettlebelltraining habe, dann stell sie gerne in den Kommentaren.

Du möchtest das Kettlebeltraining gerne lernen, oder möchtest wissen, ob Du alles richtig machst? Schreib mir Doch einfach eine Mail oder ruf mich an!

2018-05-23T22:35:49+00:00Kettlebelltraining, mobility|1 Comment

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One Comment

  1. Jonas Busch 31-05-2018 at 11:27 - Reply

    super Artikel 🙂 Weiter so!

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